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Wissenshäppchen: Kann man Alzheimer durch Gehirnjogging oder eine gesunde Lebensweise vorbeugen?

Kann man Alzheimer durch Gehirnjogging oder eine gesunde Lebensweise vorbeugen?

Kreutzworträtsel lösen ist eine beliebte Art von Gehirnjogging.

„Aktuell gibt es darauf keine eindeutige Antwort“, erklären Dr. Thorsten Müller und Gregor Leonhardt vom Medizinischen Proteom-Center. Zunächst müsse man grundsätzlich zwei Alzheimerformen unterscheiden: zum einen eine sporadisch vorkommende, die ab dem 65. Lebensjahr gehäuft auftritt, zum anderen eine genetisch vererbbare Form.

Bei letzterer liegen Mutationen im Erbgut vor, wodurch die Krankheit sehr früh auftritt. „Bei dieser Form von Alzheimer können auch vorbeugende Maßnahmen wenig helfen“, weiß Gregor Leonhardt. Bei der sporadischen Altersdemenz streiten sich hingegen die Gelehrten. Unumstritten ist, dass das Alter der größte Risikofaktor in Bezug auf die Krankheit ist. Als weitere Risikofaktoren werden Fettleibigkeit, Diabetes Mellitus und geringe Bildung genannt.

„Der Bereich der Bildung kann allerdings kritisch betrachtet werden. In 31 Studien, die in Europa zu diesem Thema durchgeführt wurden, konnten 19 Studien einen positiven Einfluss zwischen Bildung und der Alzheimer-Demenz herstellen, in zwölf Studien konnte dieser Bezug allerdings nicht gefunden werden“, sagt Dr. Thorsten Müller. Auch interessant ist folgende Beobachtung: In einer anderen Studie wurden Nonnen auf Alzheimer-Demenz untersucht. Nach dem Tod der Nonnen wurde eine Hirnautopsie durchgeführt.

Während die Frauen zu Lebzeiten keine Anzeichen einer Erkrankung zeigten, wurden post mortem bestimmte Proteine gefunden, die auf Alzheimer hinweisen. Ob der gesündere, stressarme Lebensstil im Nonnenorden einen Einfluss auf die ausbleibende Demenz hatte, obwohl die typischen Ablagerungen vorhanden waren, ist allerdings nicht weiter bekannt.

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