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Elektrotechnik & Informationstechnik 2015 (Sonderheft) » Aus der Redaktion: Das Universum ist voll mit Plasma

Aus der Redaktion: Das Universum ist voll mit Plasma

Mit Plasmen beschichten und sterilisieren

von Julia Weiler  

26. Februar 2015

 

99,9 % des Universums bestehen aus Plasma. Eine erstaunliche Zahl, die wir aufgeschnappt haben, als wir in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik unterwegs waren. Auf der Erde gibt es hingegen so gut wie keine Plasmen. Ein paar stellen aber unsere RUB-Forscher her.

Im Gegensatz zum Großteil des Universums ist die Erde beinahe plasmafrei – bis auf Blitze, Feuer und Polarlichter. Da Plasmen den energiereichsten Zustand der Materie darstellen, sorgt der Mensch dafür, dass sie ein klein wenig häufiger auf der Erde werden. In Forschung und Industrie werden Plasmen technisch hergestellt und für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt. An der RUB verwendet das Team um Prof. Peter Awakowicz Plasmen zum Beispiel, um Kunststoffe dichter zu machen. Das ist unter anderem für Lebensmittelverpackungen interessant. Dichtere Kunststoffe würden nicht nur dafür sorgen, dass Lebensmittel länger haltbar bleiben, sondern auch die Menge der Plastiksubstanzen verringern, die in die Nahrung entweichen. Plasmen lassen sich außerdem zum Sterilisieren einsetzen. Juniorprofessorin Katharina Stapelmann rückt damit besonders hartnäckigen Keimen zu Leibe, die die Raumfahrtindustrie belasten. Sie hat aber auch einen Plasmasterilisator gebaut, der für medizinische Anwendungen interessant ist.

Und was sind Plasmen eigentlich? Sie sind der vierte Zustand der Materie. Steckt man Energie in einen Feststoff wird er zunächst flüssig und schließlich gasförmig. Investiert man noch mehr Energie, wird das Gas ionisiert; Elektronen trennen sich von den Atomkernen. Je mehr Energie man zuführt, desto größer ist der Anteil der ionisierten Materie.

Um die Eigenschaften von Plasmen für bestimmte Einsatzzwecke optimieren zu können, hat ein Bochumer Team eine Sonde entwickelt und gebaut, die die Plasmadichte messen kann.

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