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Editorial

Editorial

Mentoring: Denkanstöße und wertvolle Antworten

von Prof. Dr. Iris Oppel  

1. Mai 2013

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Ehemalige der RUB und stolze Mutter eines wunderbaren Sohnes ist es für mich eine große Ehre, dieses Editorial schreiben zu dürfen. Inzwischen bin ich als Professorin für anorganische Chemie an der RWTH Aachen tätig, habe aber stets die Verbindung nach Bochum aufrecht erhalten, auch durch mein Mitwirken als Mentorin am Mentoring-Programm „mentoring3“.

Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Jeder Postdoc und Habilitand (ja, die gibt es noch!) hat natürlich seinen individuellen Mentor, Betreuer oder Chef. Die unterschiedlichen Namen zeigen bereits, dass es schon bei der fachlichen Betreuung deutliche Unterschiede im Verhältnis beider Personen zueinander gibt. Im mentoring3 wird den teilnehmenden Jungwissenschaftlern ein externer Mentor vermittelt, der nicht unbedingt aus der gleichen Forschungsrichtung kommt, dafür aber bereit ist, beratend zu allen Fragenstellungen zur Verfügung zu stehen.

Während meiner eigenen Habilitation hatte ich das ganz große Glück, mit und bei einem Mentor zu arbeiten, der neben der fachlichen Betreuung auch die vielen anderen auftretenden Fragestellungen beantworten konnte. Zum Beispiel ging es um Erfahrungen, wie man Kooperationen aufbaut und festigt, Mitarbeiter motiviert, Konflikte entschärft, die eigene Lehre verbessert und sich in Vorträgen optimal präsentiert. Doch bereits während dieser Zeit wurde deutlich, dass nicht jeder Nachwuchswissenschaftler aus den unterschiedlichsten Gründen einen so vertrauensvollen Umgang mit dem direkten Betreuer aufbauen kann. Und gerade hier liegt die ganz große Stärke des mentoring3. Herausgelöst aus der direkten wissenschaftlichen Zusammenarbeit und den alltäglichen Problemen können in entspannter Atmosphäre Fragestellungen diskutiert werden und anstehende Entscheidungen hinterfragt, kritisch beleuchtet und mit alternativen Anregungen erneut überdacht werden. Das aufgebaute Vertrauensverhältnis hilft dabei, auch bei schwierigen (und zum Teil sehr persönlichen) Fragestellungen Denkanstöße zu liefern, idealerweise ohne die in der Regel erst später getroffene Entscheidung direkt zu beeinflussen. Auf diese Weise hoffe ich, einen Beitrag zu leisten, dass Nachwuchswissenschaftler gestärkt ihren Weg weiter gehen und sich gut vorbereitet in den facettenreichen Traumberuf Professor(in) stürzen können. Und auch ich persönlich ziehe viel Nutzen aus diesen Treffen, denn die anderen Blickwinkel auf vergleichbare Probleme bergen viele neue Anregungen.

An dieser Stelle möchte ich ganz herzlich meinem ehemaligen und inzwischen emeritierten Mentor, Herrn Prof. William S. Sheldrick, PhD, danken. Ich hoffe, dass ich all die Unterstützung, die ich von ihm erfahren konnte, anderen Nachwuchswissenschaftlern weitergeben kann.

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Kontakt zum Fachbereich

Prof. Dr. Iris Oppel
Supramolekulare Koordinationschemie
RWTH Aachen
iris.oppel@ac.rwth-aachen.de