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Drei Fragen an...

Drei Fragen an...

Christian Strippel, Didaktik der Chemie

Was ist für Sie das Faszinierendste an Ihrer Forschung?

Zwei Dinge faszinieren mich besonders an der Chemie-Didaktik: Erstens ist unsere Forschung an der Schnittstelle zwischen der Naturwissenschaft und den lernenden Menschen. Wir nehmen also die Naturwissenschaft und die Psychologie und Soziologie von Lernprozessen gleichzeitig in den Blick. Zweitens müssen wir immer am Puls der Zeit sein. In derselben Geschwindigkeit, in der die Naturwissenschaft neue Erkenntnisse und Methoden entwickelt, wollen wir diese Lernenden zugänglich machen.

2015 haben Sie als Nachwuchswissenschaftler am Lindau-Nobelpreisträgertreffen teilgenommen. Wie war das für Sie?

Ich war beeindruckt, wie sehr sich hochrangige Wissenschaftler und auch andere Nachwuchswissenschaftler für das Thema Bildung interessieren und engagieren. Besonders bewegend fand ich den Vortrag von Saul Perlmutter, der 2011 den Physik-Nobelpreis für seine Arbeiten zur Expansion des Universums erhielt. Er plädierte eindringlich für mehr Bildung über „das Wie“ der naturwissenschaftlichen Forschung, also die Denkprozesse und Methoden, mit denen Naturwissenschaftler Erkenntnisse generieren. Gleichzeitig gab er beinahe demütig zu, dass er den Königsweg hierfür noch nicht sieht. Damit benennt er eine der zentralen didaktischen Herausforderungen unserer Zeit.

Welchen Traum für die Zukunft verfolgen Sie?

Ich möchte ein Anwalt für gute Bildung werden. Ich möchte helfen, dass diejenigen, die hauptberuflich Lehrer sind, die bestmögliche Ausbildung bekommen, um jungen Menschen Bildung zu ermöglichen. Ich möchte aber auch bei anderen, die an Bildungsprozessen beteiligt sind, Bewusstsein und Bereitschaft dafür wecken, diese Prozesse bestmöglich – eben auf Erkenntnisse aus Didaktik und Bildungsforschung gestützt – zu gestalten.

Mehr Informationen zum Lindau-Treffen: http://www.lindau-nobel.org/

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